Paddeltour ´06
 

Rechtfertigung einer Klassenfahrt

Und so paddeln wir Kanuten
fröhlich sowie frei dahin.
Stets im Kopfe: Nur den Guten
kommt das Paddeln in den Sinn.


Von Bäumen gesäumt

Von Bäumen gesäumt und
von rauschenden Wellen
umtost
schmeichelt das Licht dem
Ufer, vom Himmel her fließend
in das Blenden übergehend.

Eine Möwe zieht fern ihre
Bahnen, vorbei am drohend-
blauen

Firmament, vorbei an der Zeit
und vorbei an der Welt, ohne
das terrestrische Ohnmachtsgefühl.


Mutmacherei, wirkungslose

Ist die Kurve noch geschafft,
geht es nun mit letzter Kraft
zum Steg.
Der Weg
war kräftezehrend lang.
Passt du nicht auf, dann liegst du
im Wasser mittenmang.


Erinnerung (an Kanutour)

"Willst du in die Ferne schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur, das Glück ergreifen,
denn das Glück ist immer da.",

sprach weiland Wolfgang Johann.
Nun Goethe, höre mich an:
Das Gute ist wohl weiter weg
als Fluss und Seen voller Dreck,
als Mücke, Wespe, Biene,
als Plöner See/ Schwentine,
als Campingplatz und enges Zelt,
weit weg;
draußen in der Welt,
der Zuflucht des Guten.

Unerreichbar für mich Kanuten!



Unklar (im Zelt)

Ich weiß nicht wie und nicht warum,
bloß dass vor Kraft ich strotzte
am Nachmittag und unverhofft
des Nachts auf Nachbarn kotzte.


Lob an´s Pharmazeutische Gewerbe

Es gibt kein Gedränge in den Duschen
weil es hier keine Duschen gibt.
Dabei ist Duschen, zumal nach Sport
durchaus gar nicht unbeliebt.

So heißt´s Miefen in den Zelten
das - ja das!- ist unbeliebt.
Darum: Lob an´s Pharmazeut´sche,
dass es Deodorants gibt.


Nur mal so

Durch die Luft weht lauer Wind
er trägt Geruch von Pfeffermint,
von Apfel und Himbeere,
von Freude und von Schwere.