Mich trug

Mich trug ein Wind voll Treibhausgas
über manche Meter;
durch den Wald und Feld und Gras
und es wurde später.

Die Wolken wiesen wabernd nur
mich hin: Heut´ geht zur Neige!
Es krümmten sich auf Auen Flur
zart zögernd alle Zweige.

Ich atmete die Warnung weg
und ging wie eingeladen
weiter. Und es blickte keck
der Tod durch Nebelschwaden.

Märchen

Es schlichen, im Schutze von dichten
Wäldern voll Dunkel und Fichten
Gestalten voll Fragen umher:
Sie trafen dabei die gejagten
Rehe und unverzagt fragten
sie:"Wo bitte gibt es denn Meer?"

Die Rehe verwiesen auf´s Suchen
nach Wäldern mit altdeutschen Buchen,
auch diese seien voll mit Reh´n.
Daraufhin doch ungehalten
ergänzten jene Gestalten:
"Wir fragten doch nach den Seen!"

"Ach so", die Rehe, "so gings:
Sie biegen von hier gleich nach links
auf die Felder voll Hafer und Mohn,
vorbei an den Hängen mit Wein
und daraufhin weiter - oh nein! -
da kommen die Jäger schon!" - - -

Es spielte ein Mann eine Flöte

Es spielte ein Mann eine Flöte
auf einer Lichtung im Wald.
Es meldete sich schon sehr bald
eine Stimme. Und sie befahl:"Töte!"

Er drehte sich um - eine Kröte
schimmerte vor ihm in Nacht
grün und sprach zu ihm sacht
aber bestimmt weiterhin:"Töte!"

In verglimmender Abendröte
fragte der Mensche sie, wen;
Die Kröte drehte sich, "Den!"
und immernoch dieses auch:"Töte!"

Sie wies mit den Fingern und
Lächeln auf´m Mund
auf mich. "Töt den Möchtegern-Goethe!"